UPDATE: 70.3 WM in Las Vegas

Sarah Berndt
Sarah Berndt

Kopf oder Zahl, Siebzehn und Vier, Rot oder Schwarz – in Las Vegas gibt es viele Wahlmöglichkeiten. Sarah Berndt entschied sich lieber für Schwimmen, Radfahren, Laufen. Selbst dem grellen Vegas Strip schenkte sie kaum Aufmerksamkeit.

Stattdessen schwamm die TSH-Bergamont-Athletin bei der Ironman 70.3 Weltmeisterschaft knapp zwei Kilometer durch den warmen Lake Las Vegas, fuhr 90 Kilometer durch die hügelige Lake Mead National Recreation Area und absolvierte 21 heisse Laufkilometer durch die Henderson Residential Areas.

Nach fünf Stunden, siebzehn Minuten und zwölf Sekunden war auch Sarah Berndt unter den Gewinnern – Ziellinie erreicht und gleichzeitig WM-Platz 20 der Altersklasse erobert.

UPDATE: Und hier nun der Wettkampfbericht direkt aus den USA.

Die 70.3 Triathlon WM in Henderson, Las Vegas wurde zum Glücksspiel für Sarah Berndt. Der Renntag sollte zeigen, dass es auch Wettkämpfe gibt, die den eigenen Erwartungen nicht stand halten.

Die sportliche Vorbereitung war nach der ungeplanten Qualifikation in Antwerpen nicht optimal, aber da die Physis nicht alles ist, wusste Sarah, dass ein starker Wille viel Kraft gibt. Die Hitze sorgte in den ersten Tagen für einen Schock, da trockene 50 Grad in der Wüste doch anders sind, als alles, was sie bisher erlebt hatte.

Der Abend vor dem Rennen sorgte für die nötige Motivation. Pasta-Party, sportliches Fachsimpeln, Anheizen der Stimmung untereinander. Sarah freute sich auf das ungewöhnliche Erlebnis.

In einer der letzten Startwellen kurz vor 8 Uhr fiel der Startschuss für alle Frauen im Alter von 19 bis 29 Jahre. Das Schwimmen, ihre schwächste Disziplin, verlief verhältnismäßig schlecht – das Gefühl fürs Wasser entstand in keinem Moment. Doch die Motivation ließ nicht nach. Das Radfahren sollte folgen.

Auf dem Rad lief es dann aber auch nicht rund. Die Beine fühlten sich schwer an, das Atmen fiel Sarah ebenso schwer und die Strecke zeigte ihre Tücken. Doch das Laufen sollte folgen. Die letzte Disziplin – und die Hoffnung stirbt zu letzt.

Auch hier fiel es Sarah äußerst schwer, die Kraft für eine Aufholjagd zu mobilisieren. Eine schwere Müdigkeit hing ihr in den Knochen und statt dem Ziel entgegen zu streben, tauchte vor dem inneren Auge der Wunsch auf, sich einfach an den Straßenrand zu legen und zu schlafen wie eine Fata Morgana.

Die Devise lautete also: Ins Ziel kommen und bloß nicht aufgeben. Sarah erreichte die erlösende Linie zwar laufend, aber nach einer für sie doch ungewöhnlich langen Zeit.

Fazit: Schmerzen und Enttäuschungen vergehen, die Rechnung mit Las Vegas bleibt offen. Der nächste Versuch sollte kein Glücksspiel sein, um dieses einer Weltmeisterschaft würdige Rennen gut zu absolvieren.